Spastik und die Kälte, das ewige Leid…

Spastik und Kälte, das passt wie die Faust auf´s Auge

Leo geht seinem "Geschäft" nach

Leo geht seinem “Geschäft” nach

Heute hatte mein Hund, Leo, wieder ein tierisches Bedürfnis dem er unbedingt nachkommen musste. Aber das kennen wir Menschen ja schließlich auch.

Es blieb mir also nichts anderes übrig, als seinem Verlangen nachzukommen mit ihm raus zu gehen. Und das bei gefühlten -20 Grad.

 

Mit Leo unterwegs

Mit Leo unterwegs

Mit Leo im Schnee

Mit Leo im Schnee

Ich zog mir eine warme Jacke an, setzte meine obligatorische Kappe auf, nahm Leos Leine und die Gehstütze in meine linke Hand, und schon konnte es losgehen.

Gassi gehen

Auf den Straßen glitzerte das Eis tückisch und ich musste dabei höllisch aufpassen, dass ich nicht ausrutschte. Um besseren Halt zu haben, benutzte ich die schneebedeckten Flächen am Straßenrand.
Meine Unterarmstütze war mir auf dem Weg zum Park keine große Hilfe. Zu leicht verlor die Gummierung am unteren Ende der Gehhilfe ihre Haftung, und ich war gezwungen mich wie auf rohen Eiern fortzubewegen. Es war mehr ein Rutschen als Gehen!

Der zivilisierte Hund

Leo

Leo

Zum Glück ist Leo ein recht zivilisierter Hund. Er zieht und zerrt nicht an der Leine. Ja, Leo geht so langsam wie ich, und manchmal kommt es mir so vor, dass er meinen Schritt imitiert. Dann hinkt er mit der rechten Vorderpfote, wie ich mit dem rechten Bein.

 

Spastik im Winter

Und auch heute, wie im jeden Winter mit seinen eisigen Temperaturen, machte sich bei mir die Spastik bemerkbar.
Der rechte Arm schraubte sich mit jedem Schritt zentimeterweise in die Höhe, bis hinauf zur Brust. Die Hand verkrampfte sich so sehr, dass, wenn sie jemanden begrüßen könnte, sie nicht mehr loslassen würde.

Berthold und Leo

Berthold und Leo

Nein, die kalte Jahreszeit ist nichts für mich. Ich bin ein „Sommer-Mensch“! In der warmen Jahreszeit kommt bei mir die Spastik viel weniger vor, als jetzt.

Aber was hilft?

Pause

Pause

Meiner Meinung nach hilft nur gut anziehen und sich nicht zu lange der Witterung aussetzen.
Handschuh oder Fäustlinge können helfen.
Ob hierbei Botox hilft? Ich weiß es nicht. Habe das noch nicht ausprobiert.

 

 

Wer hat Erfahrung mit Spastik im Winter

Mich würde interessieren, ob andere, die einen Schlaganfall gehabt haben, auch so sehr unter der kalten Jahreszeit zu leiden haben.
Ich würde mich über eure Erfahrungen freuen.

Euer

Berthold

2 Gedanken zu „Spastik und die Kälte, das ewige Leid…

  1. Hallo Berthold,
    ich bin seit meiner Geburt Spastiker. Ich bin jetzt also ein alter Mann (76 Jahre) und muß jetzt viele Tabletten nehmen, nicht nur wegen den Spastiken. Vor ca. 2 Jahren hatte ich auch einen Schlaganfall ( aufgrund sehr starker Aufregung) ; ab da fing das mit dem Frieren bei mir an. Ich friere auch im Bett und im Rollstuhl, selbst im Sommer, es sei denn es hat über 30 Grad. Es fängt meißt im oberen Rücken an, zieht hoch bis in die Schultern dann bis über den Kopf, auch im rechten Oberarm innen, der Schlaganfall betraf die linke Seite.
    Niemand konnte mir erklären woher das Frieren kommt, ob es an den Tabletten liegt… . Bis mir eine Neurologin erklärte, das mir meine Nerven einen Streich spielen. Das heißt, meine Nerven senden falsche Signale, sie senden Frieren obwohl mir eigentlich gar nicht kalt ist. Paradox ich friere obwohl mir eigentlich warm ist. Auch habe ich dieses empfinden nur am Oberkörper. Manchmal habe ich das Gefühl als ob ich einen Frierkrampf habe, wenn man das überhaupt so sagen kann. Wir beide sind keine Ärzte. Hast Du ab und zu auch das Gefühl, was ich oben beschrieben habe.
    Würde mich über eine Antwort freuen.
    Ich grüsse Dich
    Dirk

    • Hallo Dirk,

      danke für deine Nachricht.
      Ist sehr interessant zu erfahren wie sich die Spastik bei dir auswirkt.
      Die Tabletten helfen dir also nicht.
      Hm, so empfinde ich meine Spastik nicht. Tagsüber kommt sie eigentlich nur im Winter, bei kälteren Temperaturen und wenn ich unterwegs bin. Dann schraubt sich der rechte Arm mit jeden Schritt in die Höhe. Jetzt im Sommer macht der Arm das nicht. Er bleibt schön locker unten.

      Aber wenn ich im Bett liege und eigentlich schlafen möchte, dann überkommt ihn ein Eigenleben des Armes und Hand.
      Und das äußert sich in Verkrampfung. Auch das Kribbeln (Wie als wenn Ameisen durch den Arm kriechen) lassen mich nicht zum Schlafen kommen und zwingen mich aufzustehen.
      Dann greife ich meistens zu einem Buch und lese bis zum Morgengrauen.
      Das Lesen beruhigt mich irgendwie und ich kann dann meistens einschlafen.
      Mein Tagesrythmus leidet natürlich darunter. Zum Glück hat sich meine Frau daran gewöhnt.

      Übernächste Woche habe ich einen Termin bei einer Ärztin, die mir gegen die Spastik Botox verabreichen wird. Ob das hilft? Ich hoffe sehr.

      Ps:
      Wie bist du auf mich gekommen?

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