Schreiben hilft mir gegen meine Depressionen anzukämpfen

Ich möchte wieder mit der rechten Hand schreiben können um meine Depressionen zu bekämpfen

 

Berthold Knabe - SchlaganfallpatientNach meinem Schlaganfall, den ich im Mai 2012 erlitten habe, waren mir bestimmte Fähigkeiten abhandengekommen.

Ich konnte nicht gehen, geschweige denn laufen. Der rechte Arm, die Hand und die dazu gehörigen Finger, waren und sind immer noch gelähmt.
Auch das Sprechen war mir so wie früher, wo ich drauflos plappern konnte, nicht mehr möglich. Ich war nahezu verstummt.

Das Gehen habe ich in den Rehas erlernt. Meine Sprache fand sich so nach und nach, und dank den Logopäden, auch nach einiger Zeit wieder.

Der rechte Arm hängt leblos, ja, ich sage immer, lustlos an meiner Seite herunter, und ist zu nichts nutze.

Und immer wieder Spastik

Meine Hand macht nicht so mit, wie ich gerne möchte. Die Finger sind oft klauenartig verkrampft. Vor allem bei einer Witterung wie jetzt im Winter. Da kriecht die Spastik empor, von den Fingerspitzen bis hoch in die Schulter. Und beim Gehen wandert der Arm nach oben, bis fast ans Kinn.

Greifübung

Mit großer Anstrengung, und mit noch größerer Konzentration, gelingt es mir, dass sich der Daumen mit dem Zeigefinger berührt.

Zeitverschiebung im Gehirn

Das Merkwürdige dabei ist: Ich bemerke ganz genau den Zeitpunkt, wann mein Gehirn den Befehl „greif zu“ aufnimmt, und ihn dann mit einer Verzögerung von ca einer Sekunde zu den Fingern weiter sendet. Diese Zeitverschiebung mit dem mein Gehirn nun arbeitet, ist für mich sehr irritierend, und ich weiß aus Gesprächen mit anderen Betroffenen, dass es ihnen auch so ergeht.

Mir ist bewusst, das hört sich für einen Gesunden, der nicht solche Defizite hat, jetzt banal an. Aber für mich als Betroffener ist diese Übung schon mit einer gewissen Anstrengung verbunden.

Wenn ich versuche zu greifen, und das geht nur, Geldschein festhaltenwenn die Hand ganz entspannt ist, und ich z.B. einen Geldschein nehme, dann passiert es, dass die Spastik in die Finger jagd, und ich den Geldschein nicht wieder loslassen kann. Dann gehört er mir. Ich lasse ihn einfach nicht mehr los!

Das hat mich schon ein paar Mal in peinliche Situationen gebracht.

Schreiben mit der rechten, eingeschränkten Hand

Schreibübung

Schreibübung

Das Schreiben mit der rechten Hand funktioniert überhaupt nicht.
Sofort wenn ich den Bleistift oder Kugelschreiber zwischen den Fingern spüre, verkrampft sich die Hand.

Ich bin also nicht in der Lage, mit der rechten Hand zu schreiben!verkrampft

 

 

 

 

 

Ich werde mir ein Schreibutensil besorgen, wie Birte Oldenburg eines hat.
Lafüliki nennt sich der Stift.

Birte hat offensichtlich ihre Freude daran. Man kann das auf ihrem Blog sehen.

Ich kann mit der linken Hand schreiben

Schon in der 1. Reha habe ich damit begonnen, mit links zu schreiben.
Sogar in einer Linie schaffe ich die Buchstaben aneinander zu reihen. Doch dabei habe ich ein Problem. Bei längeren Texten wird das Gehirn dermaßen strapaziert, dass mir schwindelig wird. Es handelt sich wohl dabei um eine Reizüberflutung des Gehirns.
Das passiert mir am PC nicht

Schreiben am PC

Schreiben mit einer Hand am PC

Schreiben mit einer Hand am PC

Bei mir klappt das Schreiben nur am PC. Aber dafür schreibe ich mit drei Fingern meiner linken, gesunden Hand. Und das ist ja auch was – finde ich.
Die Frage stellt daraus, bin ich jetzt ein „Linker“.

 

 

 

Hast du weitere Tipps oder Fragen zu diesem Thema?
Über deinen Kommentar würde ich mich sehr freuen.

Berthold Knabe - Schlaganfallpatient

 

 

 

 

 

Herzlichst
Euer

Berthold

Wie man einen Schlaganfall vorbeugen kann

Berthold Knabe - Schlaganfallpatient

Schlaganfall

Von einem Schlaganfall erholt sich nur jeder Dritte wieder vollständig. Oft folgt nach einem Schlaganfall ein zweiter. Besonders in den ersten 14 Tagen, danach ist das Risiko erhöht. Doch auch später kann der Schlaganfall wiederkommen. Dabei gibt es durchaus Warnzeichen und auch der Patient kann vorbeugen.

Schützt euch so gut wie es geht vor einem Schlaganfall. Nehmt euch zwei Minuten Zeit, und lest meinen Beitrag mit den Ratschlägen gut durch.

Worauf man achten sollte

Hier gehe ich darauf ein auf was man achten sollte um einen Schalganfall zu vermeiden.

Bluthochdruck vermeiden

Erhöhter Blutdruck ist der Hauptrisikofaktor für einen Schlaganfall. Tückisch am Bluthochdruck: Er verursacht zunächst keine Beschwerden. Betroffene bemerken ihn daher oft erst spät. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig den Blutdruck zu messen und erhöhte Werte behandeln zu lassen. Klärt mit eurem Arzt, welche Werte für euch am besten sind.

Mit dem Rauchen aufhören

Nikotin verengt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck. Raucher haben ein doppelt so hohes Schlaganfall-Risiko wie Nichtraucher. Allerdings gibt es gute Nachrichten: Wer mit dem Rauchen aufhört, hat nach wenigen Jahren wieder dasselbe Risiko wie Menschen, die noch nie geraucht haben.

Bei Übergewicht

Auch Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor für Schlaganfälle. Wer zu viele Kilos auf die Waage bringt, sollte abnehmen.

Gesund ernähren

Man sollte viel Obst und Gemüse, Nüsse und Olivenöl anstatt Butter zum Braten benutzen. Weniger Wurst und Fleisch auf dem Teller, dafür öfter Fisch zu sich nehmen.

Alkohol nur in Maßen trinken

Übermäßiger Alkoholgenuss erhöht das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden. Völlig verzichten muss man aber nicht.

Ausreichend bewegen

Bewegung ist das beste, was ihr für euren Körper tun könnt. Ihr verliert Übergewicht, verbessert den Blutdruck und die Blutfettwerte.
Ideal ist eine Ausdauerbelastung, bei der man leicht ins Schwitzen gerät; etwa Walken, Schwimmen oder schnelles Spazierengehen.

 

Diabetes gut einstellen

Menschen mit der Zuckerkrankheit erleiden mehr als doppelt so häufig einen Schlaganfall wie der Rest der Bevölkerung. Der Grund ist unter anderem, dass erhöhte Zuckerspiegel die Gefäße schädigen und Ablagerung begünstigen. Zudem haben Diabetiker – vor allem Menschen mit Typ-2-Diabetes oft weitere Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte. Betroffene sollten deshalb darauf achten, dass ihre Blutzuckerwerte gut eingestellt sind.

Unnötigen Stress vermeiden

Gelegentlicher Stress ist nichts Schlimmes, kann sogar motivieren. Dauerstress dagegen kann den Blutdruck erhöhen und anfälliger für Krankheiten machen. Damit ist er indirekt ein Risikofaktor für einen Schlaganfall.

Wenn Ihr diese Tipps beherzigt, könnt ihr das Risiko, an einem Schlaganfall zu erkranken, verringern.
Ich wünsche es euch.

Herzrhythmusstörungen: Hört auf euer Herz

Eine Reihe von Herzerkrankungen begünstigt die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden. Dazu gehören Vorhofflimmern und andere Herzrhythmusstörungen. Mögliche erste Anzeichen für Herzprobleme dürft ihr auf keinen Fall ignorieren. Lasst euch von einem Arzt untersuchen und gegebenenfalls behandeln.

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Berthold Knabe - Schlaganfallpatient

 

 

 

 

 

Herzlichst

Euer
Berthold